newsbezeichnung

NRW startet zentrale Ausbildungsoffensive für Lokführerinnen und Lokführer

02. Juni 2026

NRW setzt auf Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, um Engpässe im Bahnverkehr zu beheben

Dortmund – Die nordrhein-westfälische Landesregierung treibt eine bundesweit einmalige Initiative voran, um dringend benötigte Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer zu gewinnen. Zentraler Baustein ist eine neue, landesweit koordinierte Ausbildung im Regionalverkehr, die Quereinsteigern binnen neun bis zwölf Monaten den Weg in den Lokführerdienst öffnen soll.

Die VDV Academy & Training GmbH übernimmt künftig die unternehmensübergreifende Organisation der Lehrgänge. Das Land fördert den Aufbau der Akademie bis 2028 mit rund drei Millionen Euro; anschließend soll die Finanzierung schrittweise von der Branche getragen werden. Noch in diesem Jahr sind bis zu zwölf Kurse mit insgesamt etwa 150 Teilnehmenden geplant.

Verkehrsminister Oliver Krischer bezeichnet das Programm als wichtigen Schritt gegen den Fachkräftemangel auf der Schiene. Viele erfahrene Lokführerinnen und Lokführer stehen in den kommenden Jahren vor dem Ruhestand, und bereits heute führen Personalengpässe zu Ausfällen und reduzierten Angeboten im Nahverkehr.

Erste Erfolge sind schon messbar: 2025 begannen nach Angaben des Ministeriums rund 700 zusätzliche Auszubildende ihre Qualifikation. Dadurch sei die Quote personalbedingter monatlicher Ausfälle im Regional- und Nahverkehr auf unter ein Prozent gesunken.

Der Quereinstieg richtet sich an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, egal ob aus Handwerk, Industrie, Logistik, Handel oder Gastronomie. Inhalte der Qualifizierung umfassen Bahnbetrieb, Technik, Signalwesen, Sicherheit, Funk sowie praktische Fahrstunden. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel neun bis zwölf Monate. Häufig übernehmen Unternehmen die Lehrgangskosten oder zahlen bereits während der Qualifikation eine Vergütung.

Auch finanziell kann der Wechsel attraktiv sein: Laut dem Zusammenschluss Die Bahnen in NRW liegt das Einstiegsgehalt derzeit bei etwa 3 400 bis 3 600 Euro brutto im Monat, zuzüglich Zuschlägen für Nacht, Wochenenden und Feiertage. Nach bestandener Prüfung winken häufig unbefristete Verträge.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Gewinnung von Frauen. Der Anteil weiblicher Lokführerinnen in NRW liegt derzeit bei nur sieben Prozent. Mit dem Projekt «Frauen in den Führerstand» will das Land die Rahmenbedingungen verbessern und gezielt Frauen für den Beruf begeistern.

Die Branche hofft, so nicht nur neue Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch die Mobilität im Alltag langfristig zu sichern. Ohne ausreichend Personal drohen wiederholt Zugausfälle und eingeschränkte Angebote im Regionalverkehr, warnen Verkehrsexpertinnen und -experten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: ruhr24.de
Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: 1a-sites-jobs - Veröffentlichung: 02.06.2026  - C49361 - [Bildnachweis]