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NRW bündelt Lokführer-Ausbildung und wirbt gezielt um Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger

04. Juni 2026

Landesweite Ausbildungsoffensive soll Personallücken auf der Schiene schließen

Dortmund – Nordrhein-Westfalen startet eine zentrale Offensive, um Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für den Beruf der Triebfahrzeugführerin und des Triebfahrzeugführers zu gewinnen. Das Verkehrsministerium setzt auf eine bundesweit einzigartige Koordination der Ausbildungen, um dem akuten Fachkräftemangel im Regionalverkehr entgegenzuwirken.

Die VDV Academy & Training GmbH übernimmt künftig die unternehmensübergreifende Steuerung der Qualifizierungen. Das Land fördert den Aufbau der Akademie bis 2028 mit rund drei Millionen Euro; anschließend soll die Ausbildung von der Branche getragen werden. Noch in diesem Jahr sind bis zu zwölf Kurse mit insgesamt etwa 150 Teilnehmenden geplant.

Verkehrsminister Oliver Krischer bewertet die Maßnahme als essenziellen Baustein, weil viele erfahrene Lokführerinnen und Lokführer in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Bereits 2025 hatten rund 700 neue Ausbildungen begonnen, womit sich die Quote personalbedingter Ausfälle im Regional- und Nahverkehr merklich verringert hat.

Wer kann Quereinsteigen

Der Quereinstieg richtet sich an Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Der bisherige Berufsweg ist oft unerheblich; Bewerbende aus Handwerk, Industrie, Logistik, Handel oder Gastronomie sind ausdrücklich willkommen. Die Qualifizierung dauert in der Regel neun bis zwölf Monate und umfasst Bahnbetrieb, Technik, Signale, Sicherheit, Funk und umfangreiche Fahrpraxis.

Gute Aussichten und finanzielle Anreize

Für viele Teilnehmende ist der Berufswechsel finanziell attraktiv. Laut Angaben der nordrhein-westfälischen Verkehrsunternehmen liegt das Einstiegsgehalt derzeit bei etwa 3 400 bis 3 600 Euro brutto monatlich. Zudem kommen häufig Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Nach erfolgreichem Abschluss sind unbefristete Arbeitsverträge und die Übernahme von Lehrgangskosten durch die Verkehrsunternehmen keine Seltenheit; teilweise gibt es schon während der Ausbildung eine Vergütung.

Frauenquote soll steigen

Ein Schwerpunkt der Initiative liegt auf der Gewinnung von Frauen für den Führerstand. Der aktuelle Anteil weiblicher Lokführerinnen in NRW liegt bislang bei nur rund sieben Prozent. Mit dem Projekt «Frauen in den Führerstand» sollen Hürden abgebaut und die Arbeitsbedingungen gezielt verbessert werden.

Die Branche hofft, mit der zentralen Ausbildungsoffensive mehr Menschen für einen sicheren Beruf mit Verantwortung zu gewinnen. Ohne ausreichendes Personal drohen Ausfälle im Zugverkehr, die die tägliche Mobilität vieler Pendelnder beeinträchtigen könnten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: ruhr24.de
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