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Praktiker statt Parteikarriere: Quereinsteiger kandidiert für das Bürgermeisteramt in Winterlingen

09. Juni 2026

Ein Quereinsteiger will Entscheidungen für die Menschen vor Ort treffen

Winterlingen • Der 37 Jahre alte Alexander Gerdt stellt sich am 21. Juni der Wahl zum Bürgermeister. Als einer von drei Kandidaten bringt der Veranstaltungstechniker aus dem Staatsministerium in Stuttgart keinen klassischen Verwaltungsbiografen mit, wohl aber praktische Erfahrung, Durchhaltevermögen und den Wunsch, die Gemeinde aktiv zu gestalten.

Gerdt, der 2001 aus Kasachstan nach Deutschland kam und seine Jugend unter anderem in der Pfalz verbrachte, hat seit 2020 mit seiner Frau und den drei Kindern ein Eigenheim in Winterlingen. Zuvor war er als Berufssoldat in der Region stationiert. Diese persönliche Verwurzelung ist Teil seiner Motivation: Er will dort bleiben, wo seine Familie lebt, und Verantwortung übernehmen.

Als Trainer in der Jugendabteilung des FC Winterlingen habe er viele Gespräche mit Eltern geführt und Anliegen der Menschen vor Ort mitbekommen, sagt Gerdt. Sein zentrales Ziel sei es, Entscheidungen zu treffen, die direkt helfen und die Lebensqualität in der Gemeinde sichern. Besonders wichtig sind ihm Familien, Kinder, Senioren sowie die Förderung von Vereinen und Ehrenamt.

Gerdt sieht sich als Praktiker, der lange Arbeitstage gewohnt ist. Seine Berufstätigkeit als Gebäude- und Veranstaltungstechniker bestimmt oft unregelmäßige Zeiten und Fahrten nach Stuttgart. Verwaltungsaufgaben seien neu für ihn, doch er zeigt sich lernbereit: Er werde recherchieren, Ratschläge annehmen und sich in die relevanten Themen einarbeiten. In den Wochen vor der Wahl plant er Besuche bei örtlichen Vereinen und Gesprächsrunden mit Bürgerinnen und Bürgern.

Politisch orientiert sich Gerdt an Persönlichkeiten, die Bürgernähe vorleben. Zu seinem politischen Vorbild zählt er Winfried Kretschmann, den er als zugänglich und bürgernah wertschätzt. «Ich möchte mich nicht hinter dem Schreibtisch verstecken», sagt Gerdt, und betont zugleich, dass er wichtige Entscheidungen im Gespräch mit der Familie treffe und überlegt handle.

Für Winterlingen wünscht sich der Kandidat ein lebenswertes Umfeld für alle Generationen: sichere Straßen, funktionierende Angebote für Kinder und Senioren sowie starke Vereine als Orte der Gemeinschaft. Gerdt versteht sein mögliches Amt weniger als Titel denn als Plattform, um die Gemeinde zusammenzuführen und konkrete Verbesserungen umzusetzen.

Die Wahl am 21. Juni wird zeigen, ob die Wählerinnen und Wähler dem Quereinsteiger das Vertrauen schenken, das er für die Arbeit in der Gemeinde einfordert.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: schwaebische.de
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