Lehrermangel in Wien macht Quereinstieg zur Option – so viel lässt sich als Lehrkraft verdienen
Lehrermangel schafft ungewöhnliche Einstiegschancen für Quereinsteiger
Wien steht vor einer tiefgreifenden Personallücke an den Schulen: Rund 2.100 Stellen sind aktuell ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist für das Schuljahr 2026/27 läuft noch bis 8. Mai, wie der ORF berichtet. Vor diesem Hintergrund öffnen Schulverwaltungen verstärkt die Türen für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die keine klassische Lehramtsausbildung absolviert haben.
Quereinstieg gezielt zur Unterrichtssicherung
Der traditionelle Weg über das Lehramtsstudium bleibt der Standard, ist aber nicht mehr die einzige Option. Besonders an Sekundarstufen und in der Sonderpädagogik werden Personen mit anderen Studienabschlüssen oder noch im Studium befindliche Nachwuchskräfte eingesetzt, um vakante Stunden zu besetzen. Volksschulen sind derzeit vom Quereinstieg ausgenommen.
Gehalt: gesetzlich geregelt, Zusatzvergütungen möglich
Das Gehalt im Lehramt ist in Österreich gesetzlich festgelegt und wird 14-mal jährlich ausbezahlt. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger gilt dieselbe tarifliche Struktur wie für ausgebildete Lehrkräfte. Typische Monatsbruttobeträge bewegen sich derzeit in einer Bandbreite von etwa 3.520 Euro bis rund 6.255 Euro, je nach Einstiegsstufe und Dienstjahren. Zusätzlich können Fächervergütungen für besonders aufwendige Unterrichtsfächer sowie Zulagen für Zusatzaufgaben wie Mentoring, Bildungsberatung oder Praxisschulunterricht hinzukommen.
Vorerfahrungen werden angerechnet
Berufserfahrung aus anderen Bereichen kann beim Einstufungsverfahren berücksichtigt werden und wirkt sich gegebenenfalls rückwirkend auf die Besoldung aus. Das konkrete Einstiegsgehalt entscheidet die zuständige Bildungsdirektion im Einzelfall.
Fächer mit den besten Chancen
- Sonderpädagogik
- Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik
- Bewegung und Sport, insbesondere zur Förderung von Mädchen
- Deutsch und Englisch
Formale Voraussetzungen und Arbeitszeit
Die Voraussetzungen für einen Quereinstieg unterscheiden sich je nach Schulart. Für die Sekundarstufe ist in der Regel eine Zertifizierung erforderlich, während bei berufsbildenden Fächern andere Regelungen gelten. Eine Vollzeitstelle umfasst üblicherweise 20 bis 22 Wochenstunden reinen Unterricht; zusätzliche Funktionen wie Klassenvorstand erhöhen die Gesamtbelastung.
Der aktuelle Lehrermangel verändert den Zugang zum Beruf nachhaltig: Die Einstiegsmöglichkeiten sind so breit wie selten, zugleich bleiben Vergütungsstruktur und rechtlicher Rahmen stabil geregelt. Für potenzielle Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bietet sich damit eine reale Perspektive auf einen sicheren Arbeitsplatz mit klar definierten Rahmenbedingungen.

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