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Gastronomin aus Halle setzt auf Quereinsteiger und klare Praxisorientierung

04. Mai 2026

Fachkräftemangel zwingt zur Praxisnähe

Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften verändert die Personalstrategie vieler Betriebe. Statt auf lange Zertifizierungen zu warten, setzt eine erfahrene Gastronomin in Halle verstärkt auf Quereinsteiger, die mit Einsatzfreude und Lernbereitschaft das Team stärken.

Christel Klinkel leitet die Kantine im Ravenna-Park. Seit Jahren führt sie den Betrieb mit Augenmaß und Praxiswissen. Für sie sind Fachkenntnisse wichtig, aber nicht immer ausschlaggebend. Entscheidend seien Haltung und Zuverlässigkeit, sagt sie. «Ein neuer Kollege mit Ehrgeiz und sozialer Kompetenz lernt das Handwerk schneller, als man denkt».

In ihrem Alltag zählt schnelle Orientierung, ein sicheres Auftreten im Service und die Bereitschaft, Schichten flexibel zu übernehmen. Klinkel investiert bewusst Zeit in die Einarbeitung: kurze Trainings am Arbeitsplatz, klare Routinen und regelmäßiges Feedback ersetzen für sie oft formale Kurse.

Die Situation in Halle spiegelt einen Trend in der Region: Viele Betriebe klagen über steigende Kosten und sinkende Bewerberzahlen. Gleichzeitig öffnen sich Chancen für Menschen aus anderen Branchen, die neu anfangen wollen. Für die Branche bedeutet das umdenken in der Personalpolitik, aber auch die Chance, Talente zu entdecken, die klassische Ausbildungen nicht durchlaufen haben.

Klinkel betont zudem: Attraktive Arbeitszeiten, faire Bezahlung und ein respektvolles Betriebsklima sind heute ebenso wichtig wie fachliche Schulungen. Nur so lasse sich Personal langfristig halten und Dienst am Gast auf hohem Niveau sichern.

Abschließend ist ihr Urteil klar: Wer bereit ist zu lernen und sich einzubringen, erhält bei ihr eine Chance. Und in Zeiten knapper Arbeitsmärkte kann genau das über Erfolg und Existenz entscheiden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: nw.de

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