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Lehrkräftemangel öffnet Wege für Quereinsteiger und Seiteneinsteiger

06. September 2026

Lehrkräftemangel eröffnet realistische Einstiegschancen für Quereinsteiger

Leere Klassenzimmer und ausgefallene Stunden sind in deutschen Schulen zunehmend Alltag. Prognosen sprechen von Zehntausenden fehlenden Lehrkräften in den nächsten Jahren, weshalb viele Bundesländer alternative Zugangswege zum Lehramt ausbauen. Wer bereits einen Hochschulabschluss hat, kann heute auf unterschiedlichen Wegen in den Schuldienst einsteigen und nach einer Qualifizierungsphase rechtlich und finanziell gleichgestellt werden.

Wie stark ist die Lücke?

Besonders an Grundschulen ist der Bedarf groß. Studien und Modellrechnungen gehen je nach Betrachtungszeitraum und Schulform von mehreren Zehntausend fehlenden Lehrkräften aus. Die Situation ist regional unterschiedlich: Während in einigen Flächenländern die Schülerzahlen noch steigen, gehen andere Regionen mittelfristig von rückläufiger Nachfrage aus. Für Interessierte heißt das: Regionales Informationseinholen lohnt sich.

Quereinstieg vs Seiteneinstieg

Die Begriffe werden oft synonym genutzt, beschreiben aber unterschiedliche Wege. Beim klassischen Quereinstieg folgt auf ein fachfremdes Hochschulstudium meist ein reguläres Referendariat und das zweite Staatsexamen. Beim Seiteneinstieg beginnt die Unterrichtstätigkeit häufig direkt, während die pädagogische Qualifizierung berufsbegleitend erfolgt. Die konkrete Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Bundesland ab.

Warum jetzt in den Lehrerberuf wechseln?

  • Sicherer Arbeitsplatz mit langfristiger Perspektive
  • Fachwissen aus dem Studium lässt sich direkt in der Schule einsetzen, besonders gefragt in MINT-Fächern
  • Geregelte Besoldung oder Tarifvergütung schafft finanzielle Planbarkeit
  • Sinnstiftende Arbeit mit unmittelbarer pädagogischer Wirkung
  • Planbare Arbeitszeiten dank Schulferien

Was wird verlangt?

Grundvoraussetzung ist in den meisten Bundesländern ein abgeschlossenes Hochschulstudium, meist auf Masterniveau oder gleichwertig. Weitere Kriterien sind ein bestandenes pädagogisches Eignungsverfahren, Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau und die Bereitschaft zu einer berufsbegleitenden Nachqualifizierung. In Mangelfächern wie Mathematik, Informatik, Physik oder Kunst sind die Chancen besonders gut.

Bundesländerregelungen

Die Regelungen variieren stark: Manche Länder unterscheiden klar zwischen Quereinstieg und Seiteneinstieg, andere nutzen die Begriffe eher austauschbar. Einige Länder haben spezielle Programme für berufliche Schulen oder erlauben bereits den Einstieg mit einem Bachelorabschluss. Deshalb ist die genaue Prüfung der Bedingungen im Wunsch-Bundesland unerlässlich.

Verdienst und Ausbildungspfad

Während des Vorbereitungsdienstes erhalten Quereinsteiger Vergütung, die nach Abschluss meist der Besoldung oder Tarifgruppe klassisch ausgebildeter Lehrkräfte entspricht. Die Zeit bis zur vollen Gleichstellung beträgt je nach Modell zwischen zwölf und 24 Monaten, in denen Unterrichtspraxis und pädagogische Ausbildung kombiniert werden.

Herausforderungen und Rat für den Einstieg

Der Berufswechsel vor eine Schulklasse kann anfangs fordernder sein als erwartet. Pädagogische Routinen wie Klassenführung oder Differenzierung müssen erworben werden. Erfahrungen zeigen, dass Mentoring, reduzierte Stundenzahlen zu Beginn und gezielte Unterstützung die Erfolgsquote von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern deutlich erhöhen. Interessenten sollten deshalb bei Bewerbungsgesprächen gezielt nach Unterstützungsangeboten fragen.

Kurzfazit

Der Lehrberuf bietet für beruflich Umorientierende mit Hochschulabschluss echte Chancen: stabile Beschäftigung, eine sinnstiftende Aufgabe und faire Bezahlung. Der Weg gelingt am besten, wenn man sich frühzeitig über die Ländervorgaben informiert und Unterstützungsangebote nutzt.

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