Ausbildung statt Studium: Wie eine junge Servicetechnikerin dem Handwerk neuen Glanz verleiht
Handwerksausbildung bietet schnelle Praxis, stabile Einkommen und unmittelbare Erfüllung
Als Schulabgängerin wusste sie nicht, welchen Weg sie einschlagen sollte. Ein Anruf des Vaters öffnete die Tür ins Familienunternehmen, und ein neunmonatiges Berufsschulprogramm legte den Grundstein: Heute arbeitet Baylee Frankovich als Servicetechnikerin für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik und beschreibt ihren Job als abwechslungsreich, herausfordernd und lohnend.
Die Entscheidung für die Ausbildung statt eines vierjährigen Studiums zahlte sich aus. Die Ausbildung war deutlich günstiger und erlaubte, schon während der Lehrzeit voll zu arbeiten. Das unmittelbare Anwenden von Theorie an echten Anlagen beschleunigte den Lernprozess – ein Lernweg, den viele junge Menschen unterschätzen.
Der Einstieg war nicht immer leicht. Als einzige Frau im Kurs musste sie körperliche Grenzen anerkennen und um Hilfe bitten, wenn Geräte zu schwer waren. Einzelne Ausbilder brachten sie gelegentlich aus dem Tritt, doch der praktische Fortschritt blieb ungebrochen. Kolleginnen und Kollegen entwickelten sich oft zu verlässlichen Partnern, die gemeinsam Problemlösungen fanden.
Netzwerke spielten eine entscheidende Rolle für den Berufseinstieg. Kontakte, die auf Baustellen oder bei Einsätzen geknüpft wurden, öffneten Türen zu neuen Arbeitgebern und zu vielfältigeren Aufgaben. Das Einstiegsgehalt begann moderat, stieg aber in wenigen Jahren deutlich an und liegt heute bei um die 60 000 Dollar, was zeigt, dass handwerkliche Qualifikation finanziell attraktiv sein kann.
Der Alltag im Servicebereich ist unvorhersehbar: Mal Großlagerhallen, mal private Wohnungen, oft zwei bis fünf Einsätze pro Tag. Die Arbeit verlangt körperliche Belastbarkeit und technisches Verständnis, aber sie bietet auch Freiräume, ein geregeltes Privatleben und praktische Erfolge, die sofort sichtbar sind. Hobbys wie Motocross oder Angeln halten den Ausgleich zur Arbeit lebendig.
Natürlich gibt es Schattenseiten: beengte Kriechräume, extreme Hitze auf Dachböden und harte Witterungsbedingungen im Winter. In der Hochsaison steigt die Arbeitszeit deutlich an. Trotzdem wiegt für viele der Zugewinn an Selbstständigkeit und die unmittelbare Wirkung der Arbeit schwerer als die Belastungen.
Das Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt auch Handwerkerinnen und Handwerker. Für Frankovich ist klar: KI kann analysieren, sie kann simulieren, aber sie kann nicht in ein Haus treten, komplexe Zusammenhänge vor Ort erfassen und Kundenbeziehungen aufbauen. Das macht den Beruf langfristig resilient gegen Automatisierung.
Praktische Tipps für Einsteigerinnen und Einsteiger
- Netzwerken: Gespräche auf Baustellen, in Fachforen und bei Branchentreffs öffnen Türen.
- Mut zum Fehler: Praxislernen heißt ausprobieren und daraus lernen.
- Flexibilität: Wer bereit ist, Schichten und wechselnde Einsatzorte anzunehmen, erhöht die Chancen auf gute Stellen.
Die Geschichte von Baylee Frankovich zeigt, dass eine frühzeitige Entscheidung für eine Ausbildung nicht weniger ehrgeizig ist als ein Studium. Sie ist ein Beispiel dafür, wie handwerkliche Berufe berufliche Sicherheit, wirtschaftliche Perspektiven und persönliche Zufriedenheit verbinden können.

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