Ausbildung statt Studium: Eine Servicetechnikerin erklärt, warum KI ihr nicht den Job nimmt
Handwerk bleibt menschliche Domäne trotz KI
Baylee Frankovich war unschlüssig nach dem Schulabschluss, bis der Anruf ihres Vaters kam: Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, ins Familienunternehmen einzusteigen. Vier Jahre später arbeitet die 23-jährige Servicetechnikerin in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik vollzeitlich und ist überzeugt davon, dass ihre Arbeit durch keine Künstliche Intelligenz ersetzt werden kann.
Die Ausbildung war für sie die bessere Wahl: Ein neunmonatiges Berufsschulprogramm, abends parallel zur Arbeit, kostete deutlich weniger als ein vierjähriges Studium und erlaubte es ihr, das Gelernte sofort praktisch anzuwenden. Statt Theorie am Schreibtisch bedeutete Lernen für Baylee echtes Problemlösen an Anlagen und Systemen, oft unter Zeitdruck und bei wechselnden Einsatzorten.
Als einzige Frau in der Klasse gab es anfängliche Zweifel und körperliche Hürden. Manche Geräte waren anfangs zu schwer, und nicht alle Ausbilder behandelten sie gleichberechtigt. Doch durch Beharrlichkeit, Unterstützung von Kollegen und die Praxis hat sie sich durchgesetzt: Heute bewegt sie schwere Komponenten selbst und übernimmt komplexe Serviceeinsätze.
Der Einstieg in die erste Festanstellung gelang über Networking auf der Baustelle. In der Branche öffnet ein einziger Kontakt Türen; für Baylee war das der Weg von einem Einstiegsgehalt von rund 35.000 Dollar auf inzwischen etwa 60.000 Dollar. Ihr Plan ist klar: im Service bleiben, weiter Erfahrungen sammeln, im Notfall auf das Familienunternehmen zurückgreifen.
Der Alltag ist abwechslungsreich: Mal ein großes Industrielager, mal ein Wohnhaus, oft wechselnde Arbeitsbedingungen bei Hitze auf Dachböden oder Kälte im Winter. Die Arbeit kann körperlich hart und schmutzig sein, bietet dafür aber Autonomie, sichtbare Erfolge und ein ausgefülltes Privatleben nach Feierabend.
Zur Diskussion um KI sagt Baylee: Maschinen können Daten analysieren, aber sie können nicht ins Haus eines Kunden treten, komplexe Zusammenhänge vor Ort erfassen oder improvisieren, wenn unerwartete Probleme auftauchen. Das macht den Beruf weiterhin zu einer Aufgabe für Menschen.
Praktische Tipps für Einsteigerinnen und Einsteiger
- Netzwerken in Baumärkten, bei Baustellen oder Branchentreffs kann den entscheidenden Unterschied machen.
- Fehler zulassen und daraus lernen ist Teil des Handwerks.
- Positives Auftreten und Lernbereitschaft öffnen mehr Türen als reine Formalqualifikationen.
Baylees Erfahrung zeigt, dass eine praxisnahe Ausbildung, Durchhaltevermögen und Kontakte eine sichere Grundlage für eine dauerhafte Berufskarriere bilden, selbst in Zeiten rasanter technologischer Veränderungen.

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