Neuanfang statt Dienstplan: Wie eine Lehrerin als Quereinsteigerin in die IT neu begann
Vom Klassenzimmer in die IT: ein erfolgreicher Quereinstieg
Katharina Strothmann arbeitete mehrere Jahre als Musiklehrerin an einer Ganztagsschule und galt lange als verlässliche Kraft im Schulbetrieb. Was für sie anfangs Erfüllung brachte, verwandelte sich schrittweise in Überlastung: volle Stundenpläne, zusätzliche Betreuungspflichten und die ständige Erwartung, immer verfügbar zu sein.
2022 zog die damals 32-Jährige die Konsequenz und kündigte den Staatsdienst. Heute, mit 36 Jahren, ist sie IT-Projektmanagerin in einem mittelgroßen Unternehmen. Ihr Weg zeigt, wie ein beruflicher Neuanfang trotz Unsicherheit möglich ist und wie persönliche Gesundheit und berufliche Neuorientierung zusammenhängen.
Warum der Wechsel gelang
Strothmanns Erfolg beruhte auf mehreren Faktoren: strategisches Lernen, gezieltes Netzwerken und die Bereitschaft, fachfremde Kompetenzen systematisch aufzubauen. Sie besuchte Onlinekurse, sammelte erste Erfahrungen in kleinen IT-Projekten und suchte Mentoren, die sie bei Bewerbung und Einarbeitung unterstützten. Entscheidend war auch die mentale Haltung: «Veränderung ist kein Scheitern», sagt sie, «sondern eine Entscheidung für ein anderes Leben.»
Hürden und Lernkurven
Der Wechsel war nicht frei von Rückschlägen. Strothmann nennt finanzielle Unsicherheit in der Übergangsphase, das Gefühl, fachlich nicht genug zu wissen, und die kulturelle Umstellung vom geregelten Staatsdienst in die dynamische IT-Welt. Gerade zu Beginn sei das Impostor-Syndrom präsent gewesen. Geduld beim Lernen und kleine Erfolgserlebnisse halfen, diese Phase zu überwinden.
Praktische Schritte für Interessierte
- Kompetenzen gezielt aufbauen: kurze Zertifikate, Onlinekurse und Projektpraxis priorisieren
- Netzwerk aufbauen: Meetups, Berufsnetzwerke und Mentoren nutzen
- Realistische Übergangsplanung: finanzielle Puffer und Übergangsjobs einkalkulieren
- Soft Skills hervorheben: Projektmanagement, Kommunikationsfähigkeit und Organisationskompetenz sind gefragt
In Deutschland melden Ausbildungsprogramme und Unternehmen seit einigen Jahren verstärkt Interesse an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern. Strothmanns Weg ist kein Einzelfall, zeigt aber klar, dass ein beruflicher Neuanfang mit Planung, Lernbereitschaft und Unterstützung gelingen kann.
Für viele Lehrkräfte ist ihr Fall ein Beispiel dafür, wie sich berufliche Identität neu definieren lässt, ohne die bisherige Erfahrung zu entwerten. Wer den Schritt erwägt, sollte Strategien für Weiterbildung und Netzwerkpflege frühzeitig planen und auf kleine, kontinuierliche Fortschritte setzen.

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