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Mehr Quereinsteiger, härtere Kriterien: Bildungssystem stellt Zugang neu aus

03. Oktober 2026

Mehr Quereinsteiger, strengere Zugangskriterien ab 2027

Wien. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger machen inzwischen rund ein Zehntel der neu eingestellten Lehrkräfte aus und sind damit zu einer wichtigen Säule des Schulsystems geworden. Viele bringen ein fachlich passendes Studium und berufliche Erfahrung mit und holen die pädagogische Ausbildung parallel zum Unterricht nach.

Angesichts dieser Entwicklung passt das Bildungsministerium die Regeln an: Die Vergabe von Quereinsteigerzertifikaten soll künftig noch stärker am realen Personalbedarf der Schulen orientiert werden. Seit 2025 werden bereits nur mehr 500 Zertifikate pro Jahr vergeben, wobei Mangelfächer wie Deutsch, Englisch, Mathematik, Sport und Informatik bevorzugt werden.

Neu ist eine verpflichtende Vorregistrierung: Eine Bewerbung gelangt nur dann an die Zertifizierungskommission, wenn die zuständige Bildungsdirektion zuvor einen Bedarf gemeldet hat. Auf dem Bewerbungsportal können Interessierte nun einsehen, ob sie die fachlichen Voraussetzungen erfüllen, und ein Bedarfsrechner zeigt die Regionen und Fächer mit den besten Chancen auf eine Zertifizierung.

Für 2027 kündigt Bildungsminister Christoph Wiederkehr weitere Änderungen an. Der berufsbegleitende Hochschullehrgang an den Pädagogischen Hochschulen soll einen bundesweit einheitlichen Lehrplan erhalten. Statt bis zu acht Jahren bleibt künftigen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern nur noch fünf Jahre Zeit, um die erforderlichen 90 ECTS zu absolvieren. Zudem ist ein Mindestumfang für das erste Unterrichtsjahr vorgesehen; aktuell werden 16 ECTS diskutiert. Zur besseren Integration in den Schulalltag ist eine zusätzliche Onboarding-Woche in den Herbstferien oder Semesterferien geplant.

Die grundsätzlich positive Bilanz einer aktuellen Evaluierung der Universität Zürich sowie der Pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Luzern unterstreicht die Bedeutung des Programms: Mehr als 90 Prozent der rund 500 Befragten des Jahrgangs 2023/24 zeigten sich zufrieden mit ihrer Arbeit und planten, im Schuldienst zu bleiben. Zwei Drittel der Befragten unterrichten an Mittel- und Polytechnischen Schulen.

Dennoch gibt die Evaluierung Hinweise auf Verbesserungsbedarf, vor allem bei der fachlichen Vorbereitung, der Unterstützung durch Mentorinnen und Mentoren sowie bei der Vereinbarkeit von Lehrgang und Berufspraxis. Mit den angekündigten Anpassungen will das Bildungsministerium diese Lücken schließen und den Quereinstieg langfristig besser an Bedarfen ausrichten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: nachrichten.at
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