«Quereinstieg sorgt für Personalwende: Wo Fachkräfte gebraucht werden und wie viel sie verdienen»
Quereinstieg füllt Lücken und bietet Karrierechancen
Der öffentliche Dienst steht vor einem grundlegenden Personalumbau und sucht gezielt nach Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern. Während ein erheblicher Teil der Belegschaft in den kommenden Jahren in den Ruhestand geht, öffnen Verwaltungen ihre Türen für Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. Für viele bedeutet das nicht nur berufliche Sicherheit, sondern auch attraktive Einstiegsgehälter und verantwortungsvolle Aufgaben.
Die Lage in Zahlen: Rund 5,4 Millionen Menschen waren 2024 für Bund, Länder und Kommunen tätig, ein Zuwachs von etwa 60 000 Stellen innerhalb eines Jahres. Zugleich verändern demografische Effekte die Personalstruktur: Bis 2035 werden nach aktuellen Schätzungen 1,39 Millionen Beschäftigte aus dem Dienst ausscheiden, mehr als ein Viertel der heutigen Belegschaft. Diese Lücke lässt sich mit klassischer Nachwuchsgewinnung allein kaum schließen und schafft Chancen für Berufsumsteigerinnen und -umsteiger.
Wo Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aktuell gefragt sind
Die Nachfrage reicht weit über klassische Büroaufgaben hinaus. Besondere Engpässe bestehen in folgenden Bereichen:
- IT und Digitalisierung: Experten für Cybersicherheit, Datenanalyse und E Government werden dringend gebraucht.
- Finanzwesen und Haushalt: Aufgaben in Stadtkasse, Finanzverwaltung und Controlling verlangen organisatorisches Talent.
- Pflege und Gesundheitswesen: Von Pflegehilfskräften bis zu Fachkräften bestehen zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten.
- Bildung und Soziales: Kitas, Schulen und kommunale Jugendhilfe suchen Assistenzpersonal und pädagogische Fachkräfte.
- Technischer Dienst und Handwerk: Unterhalt von Infrastruktur, Wasserversorgung und kommunale Werkstätten bieten Jobs für Fachkräfte und Helfer.
Verwaltungen reagieren mit gezielten Programmen, die Quereinstiege erleichtern und berufliche Anerkennung vereinfachen. Regionale Beispiele zeigen, wie durch Qualifizierungsangebote und begleitende Lehrgänge schnelle Integration in verantwortungsvolle Aufgaben gelingt.
Wie die Bezahlung geregelt ist
Die Vergütung richtet sich in der Regel nach Tarifverträgen wie TVöD für Bund und Kommunen oder TV L für Landesbehörden. Eingruppierung und Gehalt hängen von der Qualifikation und der anrechenbaren Berufserfahrung ab. Wesentliche Bestandteile sind:
- Entgeltgruppe und Tätigkeitsumfang
- Erfahrungsstufe auf Basis früherer Berufsjahre
- Zulagen für Funktionen und Jahressonderzahlungen
Typische Einstiege finden sich häufig in unteren und mittleren Entgeltgruppen: von E4 bis E9 im technischen und verwaltenden Bereich, P Stufen im Pflegebereich und S Stufen in der Sozial- und Erziehungsarbeit. Mit gezielter Weiterbildung und Erfahrung sind Aufstiege in höhere Entgeltgruppen möglich.
Welche Voraussetzungen zählen
Personalverantwortliche erwarten zunehmend transparente Lebensläufe, die Fähigkeiten und konkrete Tätigkeiten klar benennen. Nicht immer ist ein formaler Abschluss die einzige Eintrittskarte; relevante Berufserfahrung, Projektarbeit oder fachliche Spezialisierungen werden heute stärker anerkannt. Viele Verwaltungen sind bereit, gleichwertige Fähigkeiten anzuerkennen und mit internen Lehrgängen die Verwaltungsspezifika zu vermitteln.
Der Bewerbungsweg für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger
Der öffentliche Dienst gestaltet Auswahlverfahren und Einstiegsprogramme zunehmend aktiv. Manche Verwaltungen bieten strukturierte Programme mit sofortiger Eingruppierung und begleitender Qualifikation an. Wer sich bewirbt, sollte die bisherigen Stationen klar darstellen, relevante Kompetenzen hervorheben und die Bereitschaft zur Verwaltungssozialisation betonen. Für externe Bewerbungen lohnt es sich, gezielt nach ausgeschriebenen Stellen für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu suchen und lokale Qualifizierungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Fazit: Der Staat braucht neue Talente und bietet Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern reale Chancen auf sichere Jobs mit Verantwortung und angemessener Bezahlung. Wer fachliche Erfahrung und Lernbereitschaft mitbringt, findet heute im öffentlichen Dienst attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

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